Von Terschelling durchs Watt nach Stavoren im Ijsselmeer

Heute hieß es Geduld haben und auf die Flut warten. Der steigende Wasserstand schob uns ab 11 Uhr mit zwei Knoten zusätzlich durch die Waddenzee, der Schleuse Kornwerderzand im Ijsselmeer-Abschlußdeich entgegen. Bei Niedrigwasser kann man diese Route nicht nehmen, dann ist an einigen Stellen einfach kein Wasser mehr 🙂

Unterwegs gab es eine Menge alte Schiffe zu sehen, die Holländer fahren mit allem was schwimmt in der Gegend rum 🙂

Die  sieben Meter breite Schleuse war dann nochmal eine Herausforderung, unsere Cataluna passte gerade so rein mit ihren 6,50 Meter Breite. Zusammen mit uns in der Schleuse war auch noch ein großes Segelschiff, das war schon ziemlich eng. Der Segler hinter uns passte nicht mehr rein und musste auf die nächste Schleusung warten. Einzelschicksal 🙂


Jetzt liegen wir in der Marina in Stavoren, ein hübsches kleines Städchen am Ijsselmeer.


Morgen geht es zu unserem vorläufigen Ziel, der Marina Muiderzand in Almere, nahe bei Amsterdam. Dort werden wir noch weitere Umbauarbeiten am Schiff vornehmen und uns auf das nächste große Abenteuer vorbereiten: den weiteren Weg in Richtung Mittelmeer. 🙂

Von Cuxhaven nach Terschelling

In den letzten beiden Tagen haben wir insgesamt 170 Seemeilen oder 315 km zurückgelegt und dabei die Nordsee sowohl wild als auch wunderschön kennengelernt. Aber der Reihe nach: am Freitag früh um sieben Uhr sind wir in Cuxhaven gestartet, mit dem Tagesziel Norderney. Das Wetter war gut, die Vorhersage war Windstärke 4 bis 5, leider aus der falschen Richtung, nämlich genau von vorne. Man kann gegen den Wind segeln, muss aber dann kreuzen und dadurch verlängert sich die Fahrzeit immens. Prinzipiell haben wir ja Zeit, aber wir wollen ja schnell nach Süden, also: fahren mit den Maschinen. Die ersten Meilen kamen wir gut voran, dann wurde der Wind stärker und die Wellen entsprechend hoch. Teilweise hatten wir 3-4 Meter Welle, eine Herausforderung für Schiff und Mannschaft. Sieht auf den Bildern nicht spektakulär aus, auf unserer Facebook Seite sind aber Videos dazu.
Nach vielen Stunden kam Norderney in Sicht, es war aber noch recht früh und so beschlossen wir es noch die nächsten 30 Seemeilen weiter nach Borkum zu versuchen. Kurz vor Sonnenuntergang waren wir dann an der Ansteuerungstonne und mussten gegen den schon starken Ebbstrom von 2 Knoten ankämpfen. Um halb zehn machten wir dann im Burkana Hafen in Borkum fest, schnell noch Abendessen und dann fielen wir todmüde ins Bett.

Heute morgen wollten wir dann wieder früh starten, um diesmal den Ebbstrom vor Borkum für uns zu nutzen. Wir versuchten mehrfach den Hafenmeister zu erreichen, per Telefon und Funk, um unsere Hafengebühren zu bezahlen. Der gute Mann lag aber wohl noch in der Koje, es war ja auch der 1. Mai und Feiertag. Also entschieden wir uns für einen polnischen Abgang, was sollten wir auch machen, wir mussten ja los. Auf Borkum hängen jetzt vermutlich Fahndungsplakate von uns 🙂

Das Wetter war super, die Wolken verschwanden schnell und die Sonne schien den ganzen Tag. Es ist jetzt auch deutlich wärmer, man merkt dass wir schon weiter westlich und auch etwas südlicher unterwegs sind. Hier ein paar Bilder von diesem Supertag:

Heute haben wir auch das erste Mal eine Gastlandflagge setzen dürfen, wir sind ja jetzt in Holland 🙂

Die Nacht verbringen wir heute auf Terschelling, einer kleinen Nordseeinsel kurz vor dem Ijsselmeer. Der Hafen ist sehr schön und reichlich voll mit holländischen Jachten.

Morgen werden wir mit der auflaufen Flut starten und dann durch die Schleuse ins Ijsselmeer und zu unserem Liegeplatz für die nächsten paar Wochen in der Nähe von Amsterdam fahren. Dann ist endlich mal Zeit ein wenig auszuruhen, auch wenn am Schiff noch einiges zu tun ist. Insgesamt haben wir dann in einer Woche rund 295 Seemeilen oder 546 km zurückgelegt.

Hallo Nordsee – Cuxhaven 

Nach einer etwas unruhigen Nacht im Sportboothafen direkt an der Schleuse in Brunsbüttel – die Containerschiffe fahren in nur 10 Meter Abstand an uns vorbei in die Schleuse – ging es nach dem Frühstück in Richtung Nordsee. Wir mussten nicht lange an der Schleuse warten und schon sind wir auf der Elbe, die hier schon ganz schön breit ist.

Wir sind so gestartet dass uns der Ebbstrom auf dem Weg nach Cuxhaven unterstützt, und so sind wir mit gut 10 Knoten über Grund unterwegs, bei nur 6 Knoten Geschwindigkeit durchs Wasser. Das Thema Gezeiten wird uns die nächsten Wochen noch bei jeder Planung begleiten, manche Häfen können nur bei einem bestimmten Wasserstand angelaufen werden, das müssen wir in der Törnplanung auf jeden Fall berücksichtigen.

Auf dem Weg hatten wir dann nochmal ordentlich Wind von fast 30 Knoten, immerhin Windstärke 7! In der Elbe gab das zum Glück keine hohen Wellen, in der offenen Nordsee muss ich das aber definitiv nicht haben.

Wir liegen jetzt in der Marina in Cuxhaven und sind fasziniert davon dass das Wasser steigt und fällt 🙂 Hier hat es immerhin fast drei Meter Tidenhub.

In der Marina gibt es außerdem auch wilde Tiere 🙂
Wir bleiben jetzt hier bis Samstag, dann passt der Wetterbericht für unsere nächste Etappe Richtung Holland. Zumindest sieht es im Moment danach aus. Keep Fingers crossed! 🙂

Bye bye Ostsee!

Heute haben wir in Kiel die Ostsee in Richtung Nordsee verlassen. Dazwischen liegt mit etwa 100 km der Kiel Kanal,  besser bekannt als Nord-Ostsee Kanal.

Der Kanal hat an jedem Ende Schleusen, die sich die Sportschiffahrt mit der Berufsschifffahrt teilen muss. Die Berufsschiffe haben natürlich Vorrang, deshalb mussten wir fast zwei Stunden auf unsere Schleusung warten. Dafür war die Schleusenkammer dann recht leer.


Seit ein paar Wochen kostet die Durchfahrt für Sportboote nichts mehr, weil es wohl einige Unfälle beim Besteigen der Leitern in den Schleusen gab. Die musste man nehmen um an das Kiosk zu kommen wo man bezahlen muss.

Man hat daher entschieden aus Sicherheitsgründen vorerst keine Gebühr mehr zu nehmen. Das freut uns natürlich sehr 🙂

Hier ein paar Eindrücke vom Kanal, das Wetter war leider bescheiden und die Fahrt ziemlich eintönig. Trotzdem kommt man den „Großen“ ganz schön nah.

Die Nacht verbringen wir noch im Kanal, direkt an der Schleuse in Brunsbüttel. Morgen wollen wir nach Cuxhafen, erst mal in die Marina und dann schauen ob das Wetter passt für den langen Schlag über die Nordsee nach Holland. Leider sieht es im Moment eher nicht so gut aus. Schaun mer mal.

Fehmarn – Kiel

Heute Nacht hatten wir noch reichlich Wind bis 25 Knoten, zum Glück wurde es dann morgens weniger und auch die Windrichtung änderte sich zu unserem Gunsten nach Süd. So konnten wir unsere nächste Etappe von Fehmarn nach Kiel in Angriff nehmen. Eigentlich hätten wir das Sperrgebiet der Bundeswehr umfahren müssen, dort war wieder Schießbetrieb gemeldet. Die netten Jungs haben uns aber dann angefunkt und uns die Abkürzung durch das Sperrgebiet nehmen lassen. Das hat uns eine Stunde Umweg erspart. 🙂

Wir liegen nun in der Baltic Bay Marina Laboe in der Kieler Förde und der Winter läßt uns nicht los… Wir haben Schnee im Hafen!! Aber im Schiff ist es dank Heizung mollig warm. 🙂

Morgen früh geht es dann zur Schleuse Holtenau und dann hoffentlich ohne große Wartezeit in den Kanal.

Es geht los!

Heute sind wir von Travemünde in Richtung Kiel und Nord-Ostsee Kanal gestartet. Nach einer sehr kalten Nacht mit Bodenfrost hatten wir sogar eine Eisschicht auf dem Schiff:Zum Glück haben wir die Heizung eingebaut, die schafft zwar „nur“ an die 20 Grad, aber das reicht um nicht zu (er)frieren 🙂

Die Strecke von Travemünde nach Kiel führt über Fehmarn, genauer über den Fehmarnsund unter der gleichnamigen Brücke durch. Die Brücke ist 22 Meter hoch, gerade mal 2,5 Meter höher als unser Mast.

Leider hat der Wind, der gegen Mittag schon stärker wurde, dann noch eine große Schippe drauf gelegt und die Wellen kamen unangenehm steil von vorne. Außerdem mussten wir das Schießgebiet der Bundeswehr in der Hohwachter Bucht umfahren, weil dort heute Schießübungen stattfinden. Das hätte 30 Seemeilen anbolzen gegen die Wellen bedeutet, nicht das angenehmste für Schiff und Besatzung.

Wir haben uns deshalb entschlossen nach Orth auf Fehmarn in den Hafen zu gehen. Da liegen wir jetzt schön kuschelig zwischen bzw. an den Ausflugsschiffen und hoffen dass es morgen dann bessere Bedingungen hat. Dann geht es weiter nach Kiel.

Mast stellen

Heute wurde nun endlich der Mast gestellt. Er ist immerhin fast 18 Meter lang und ziemlich unhandlich. Hier ein paar Bilder: 

    
   
Wir sind jetzt also wieder ein Segelboot 🙂 

 Es sind noch eine Menge Kleinigkeiten zu erledigen, wir werden hoffentlich bis zum Start nächste Woche einigermaßen fertig. Etwas Zeit war heute noch für den Test der Rettungswesten und der Montage der AIS MOB an den Westen. 

 Und weil es so schön ist gab es dann auch noch ein Problem mit unserer Trinkwasserpumpe, es hat mich fast zwei Stunden gekostet um den Wackelkontakt an der Pumpe zu finden. Naja, jetzt läuft zum Glück wieder alles. 🙂