Von Sotogrande nach Almerimar

Alle nötige Reparaturen wurden in Sotogrande erledigt, unter anderem wurden die Dichtungen unserer beiden Antriebe gewechselt und einige Schäden am Brückendeck, das die beiden Rümpfe verbindet, beseitigt. 


Die Jungs von der Werft haben ganze Arbeit geleistet, insbesondere Miguel und sein Azubi haben in für Spanien sehr ungewöhnlichem Tempo einige Risse und Schäden im Laminat beseitigt, die durch schlechtes Wetter im Atlantik und einen kleinen „Parkrempler“ in Lissabon entstanden waren. 


Bei der Gelegenheit haben wir dann auch noch eine Edelstahlplatte für den Anker machen lassen, der hat uns ein paar Löcher beim Hochholen ins Laminat gestanzt. 


Cataluna ist jetzt wieder wie neu. 🙂


Nach einer Woche an Land waren wir froh endlich wieder im Wasser zu sein. Es ging direkt von Sotogrande wieder nach Marbella, dort verbrachten wir noch zwei Tage um einzukaufen und das Schiff sauber zu machen. Von Marbella aus fuhren wir dann direkt weiter nach Malaga. Hier gibt es nur eine sehr kleine Marina, die zudem noch sehr teuer ist und direkt am Kreuzfahrtterminal liegt. Dafür ist der Weg in die Stadt sehr kurz und zu Fuß ist man in 15 Minuten im Stadtzentrum. Malaga hat uns aber nicht so gut gefallen, auch wenn viele sagen dass es die schönste Stadt an der Costa del Sol ist.


Von Malaga aus ging es dann auf der vorletzten Etappe für dieses Jahr in Richtung Almunecar. In der Nähe dort ist die kleine Marina del Este, wo wir uns zwischen die großen Motorboote quetschen durften. Die Marina ist sehr schön gelegen und wir verbrachten hier einen schönen Abend, der Marinero ließ mich sogar mit seinem Golfcar fahren, weil der Weg zu unserem Liegeplatz doch recht weit war. 🙂


Die letzte Etappe ging dann nach Almerimar, hier verbringen wir den Winter, auch wenn es sich im Moment noch sehr nach Sommer anfühlt mit bis zu 27 Grad Luft- und 22 Grad Wassertemperatur. Hier überwintern sehr viele Segler und auch ein paar Motorbootfahrer, es gibt eine kleine deutsche Community hier und alle sind sehr hilfsbereit. 

Unser Liegeplatz ist leider nicht sehr gut vor den vorherschenden Windrichtungen geschützt, aber damit kann man leben. Almerimar selbst wurde in den 80er Jahren als eine Luxusurbanisation in der Nähe der Stadt El Ejido gebaut, mit Ferienappartments, Hotels und Golfplätzen. Es wurden sogar Felsen abgetragen, um weitere Wohnanlagen zu bauen. Es gibt eine Menge Restaurants und Bars, so daß es uns vermutlich nicht langweilig wird.


Inzwischen ist die Anlage allerdings etwas in die Jahre gekommen, trotzdem ist es für uns eine günstige und gute Art die Wintermonate zu verbringen, es wird hier tagsüber meist auch im Januar und Februar noch schön warm und sonnig und auch nachts nicht sehr kalt. Überall sieht man hier Gewächshäuser, ein großer Teil der europäischen Gemüseproduktion ist in dieser Region in Spanien angesiedelt. Leider ist dadurch auch eine große Landfläche durch Plastikplanen verschandelt.


Wir werden im Dezember für ein paar Wochen nach Hause fahren, nach der boot in Düsseldorf Ende Januar kommen wir dann wieder zurück und freuen uns schon auf die nächste Saison im Mittelmeer. Ab April 2017 wollen wir dann weiter nach Osten Richtung Balearen und dann im Herbst nach Bella Italia. 🙂

Estepona, Marbella und dann gestrandet…

Wir verließen am 5. Oktober die Marina Alcaidessa und damit Gibraltar in Richtung Osten und verbrachten die nächste Nacht in Estepona. Der Hafen dort ist schön, aber schon etwas in die Jahre gekommen, wie auch die Gebäude rundherum. Viele Engländer sind hier, daher gibt es auch die entsprechenden Pubs und Restaurants. 


Nach einer ruhigen Nacht ging es weiter nach Marbella, bekannt als der Jetset Hotspot an der Costa del Sol. Die dicken Jachten liegen in Puerto Banas, etwa 5 km süd-westlich von Marbella. Der Hafen dort ist daher leider unbezahlbar. Witzigerweise hat Marbella direkt noch zwei Marinas, die deutlich billiger sind. Wir entschieden uns für die Marina am Fischerhafen, hier kostete die Übernachtung nur 25 Euro und nach nur 500 Metern beginnt dort die Strandpromenade, in 15 Minuten ist man zu Fuß mitten in Marbella.


Außer der Strandpromenade gibt es allerdings nicht viel zu sehen. Unsere Freunde von der Ho’okipa waren aber ebenfalls hier und so beschlossen wir am nächsten Tag mit dem Auto in die Berge nach Ronda zu fahren.

Ronda ist eine kleine Stadt und liegt auf über 700 Metern Höhe auf einem Felsplateau mit steilen Felswänden, das von einem durch einen Fluss gebildeten Canyon durchschnitten wird. 


Diese Schlucht trennt die Altstadt von dem jüngeren Stadtteil und es gibt drei Brücken, die die beiden Stadtteile verbinden. Die bekannteste ist die Puente Nuevo, die im 18. Jahrhundert erbaut wurde. 

Hier sind tausende von Touristen aus allen möglichen Ländern unterwegs.


Hier noch ein paar Eindrücke von der Stadt, es hat uns dort sehr gut gefallen.


Am nächsten Tag, wieder zurück in Marbella, stellte ich bei der Kontrolle der Ölstände fest, dass sich im Backbord Saildrive (das Getriebe was den Motor mit der Schiffschraube verbindet) Wasser im Öl befindet. Wir hatten in der letzten Zeit öfter mal Gras und auch Angelschnüre im Propeller, einmal musste ich tauchen und einen Teil des Saildrive unter Wasser demontieren, um die Schnur wieder herauszubekommen. Offensichtlich wurde durch die Schnur die untere Dichtung des Getriebes beschädigt, so dass Wasser eingedrungen ist. Die Dichtung musste also dringend gewechselt werden, sonst droht ein schwerer Getriebeschaden mit entsprechend hohen Kosten, das geht aber nicht wenn das Schiff im Wasser ist. Leider ist es nicht so einfach eine Werft zu finden, die ein so breites Schiff aus dem Wasser heben kann. Der einzige Hafen in der Gegend mit dem entsprechend großen Travellift war in Sotogrande, kurz hinter Gibraltar. Wir mussten also wieder etwa 25 Seemeilen zurückfahren, zum Glück bekamen wir direkt einen Termin zum Lift-Out. Der 150 Tonnen Travellift ist schon echt gewaltig, unser Schiff sieht darin aus wie ein Spielzeug. 😳😬


Die Dichtungen mussten leider erst bestellt werden und so liegen wir nun hier an Land, zudem ist heute noch der spanische Nationalfeiertag, wenn alles klappt sind wir am Donnerstagabend, spätestens am Freitag wieder im Wasser. Dann geht es zurück nach Marbella und dann weiter nach Malaga.

Von Cadiz nach Gibraltar

Am 30. September verließen wir Cadiz, nach drei Tagen Zwangspause wegen des starken Ostwindes. Es war an diesem Tag zwar immer noch Wind bis 20 Knoten gemeldet, im Laufe des Nachmittags sollte er aber dann abflauen. Soweit die Wettervorhersage, da der Wind vom Land her wehte waren die Wellen nicht sehr hoch und wir konnten ein gutes Stück segeln. Dann kam das Kap Trafalgar in Sicht und der Wind frischte deutlich auf. Wir mussten nach dem Kap in Richtung Osten, genau gegen den Wind, der dort mit über 30 Knoten eine sehr hohe und unangenehm kurze Welle aufgeworfen hatte. Der Atlantik wollte uns scheinbar nochmal zeigen wo der Hammer hängt und so kämpften wir uns gute 10 Seemeilen mit den Motoren gegenan, mit ordentlich Salzwasserdusche der bis zu fünf Meter hohen Wellen inklusive. Das war das erste Mal das sich Wellen unter unserem Schiff brachen, und wir entschieden uns eine Nacht in Barbate zu verbringen, einem Schutzhafen direkt hinter dem Kap, da am nächsten Tag weniger Wind gemeldet war.

Der nächste Tag brachte dann deutlich bessere Bedingungen, allerdings immer noch Ostwind, so dass wir durch die Straße von Gibraltar motoren mussten. Tarifa, am westlichen Ausgang der Straße, ist bei Surfern und Kitern sehr beliebt. Hier ist die Südspitze der iberischen Halbinsel und der südlichste Punkt des europäischen Festlands. 


Die Straße von Gibraltar ist an der engsten Stelle nur ca. 7 Meilen oder 13 km breit, mit hohen Bergen auf beiden Seiten. Dadurch verstärkt sich der Wind wie in einer Düse und ist meist 1 bis 2 Windstärken höher als vor der Straße. Wir ließen Tarifa an Backbord und nach einigen weiteren Meilen kam dann der Felsen von Gibraltar in Sicht.


In der Bucht von Gibraltar, die einen natürlichen Hafen bildet, liegen jede Menge große Schiffe vor Anker. An fast allen liegen kleine Bunkerschiffe, die die großen Pötte mit zollfreiem Diesel bzw. Schweröl betanken. 


Hier in Gibraltar ist der Treibstoff extrem billig, daher nutzen viele Reeder den Zwischenstopp auf dem Weg vom oder in den Atlantik zum kostengünstigen Tanken. Wir haben das natürlich auch gemacht, mussten aber an die Tankstelle direkt in der Marina in Gibraltar fahren. Den Liter Schiffsdiesel gibt es hier für rund 60 Cent, fast die Hälfte des Preises in Spanien. Danach fuhren wir nur eine Meile in die Alcaidesa Marina auf spanischem Gebiet, direkt an der Grenze zu Gibraltar. Von unserem Liegeplatz hatten wir einen tollen Blick auf „The Rock“, wie Gibraltar auch genannt wird. Bei Ostwind (Levante) steht immer eine Wolke über dem Fels, aus der es auch gelegentlich regnet, während ringsum Sonnenschein und blauer Himmel herrschen. Diese Wolke zieht sich oft einige Meilen über den nördlichen Küstenstreifen der Straße von Gibraltar. Die Stadt selbst und die Häfen liegen also relativ oft im Schatten bzw. Regen (man könnte meinen, die Briten ziehen das förmlich an). 🙂


Am nächsten Tag ging es dann auf Besichtigungstour über die Grenze, die nur ca. 500 Meter von der Marina entfernt ist. Gibraltar ist eine Kronkolonie der Queen, gehört nicht zum United Kingdom und auch nicht zur Europäischen Union. Schon Homer beschrieb die Straße als die Säulen des Herkules, wobei der Felsen von Gibraltar die europäische und gegenüber der Jebel Musa im marokkanischen Rif-Gebirge die afrikanische Säule bildet.

Kommt man von Spanien (also von La Linea de la Concepción), dann ist da zunächst die Grenze mit Grenzpolizei, Zoll, Schranken – so wie man das noch von früher kennt. Es ist eben eine kleine EU-Außengrenze auf diesem Stück Sand, das den Fels mit Spanien verbindet. Gleich hinter der Grenze ist der Flughafen. Der gesamte Verkehr muß über das Rollfeld, das durch Schranken gesperrt wird, sobald ein Flieger kommt oder starten will. 


Die Lärmbelastung für die anliegenden Wohnhäuser auf beiden Seiten der Grenze ist enorm (ebenso für die Yachties in den Häfen). Man muß aber „nur“ mit etwa zehn Starts und Landungen pro Tag rechnen. 🙂

Gibraltar hat aufgrund seiner uralten Geschichte eine große Zahl historischer Bauwerke und Einrichtungen: Angefangen von einer maurischen Burg (Alcazaba) bis hin zum Friedhof für die Gefallenen bei der Schlacht von Trafalgar. Wir starteten unsere Besichtigungstour auf der Main Street, hier gibt es viele Souvenirläden und noch mehr zollfreie Läden, in denen man Zigaretten, Alkohol und Parfum günstig kaufen kann.


Etwa einen Kilometer vom Stadzentrum entfernt befindet sich die Talstation der Cable Car, einer schon etwas in die Jahre gekommenen Seilbahn, die einen in nur sechs Minuten auf die Spitze des Felsens bringt. 


Von hier hat man einen wirklich atemberaubenden Ausblick auf die Bucht, die Straße von Gibraltar bis hinüber nach Marokko.

Hier oben trifft man auch schon die ersten Bewohner des Felsens: Berberaffen!


Sie leben hier eigentlich frei, werden aber von den Menschen gefüttert. Eine Legende besagt, daß die britische Herrschaft in Gibraltar beendet ist, wenn der letzte Affe den Felsen verlassen hat. Da es hier eine große Anzahl der Tiere gibt könnte das also noch etwas dauern. 🙂

Von der Bergstation aus sind die weiteren Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß erreichbar. Definitiv einen Besuch wert ist die Tropfsteinhöhle St. Micheal’s Cave. Die Höhle wurde im oberen Bereich in einen Konzertsaal umgebaut, hier finden regelmäßig Konzerte statt. Die Beleuchtung und Akustik sind wirklich toll.


Von der Höhle aus ging es weiter über eine kleine Hängebrücke zum Apes‘ Den, hier kann man viele weitere Affen sehen.


Die Geschichte Gibraltars ist natürlich auch mit vielen Kriegen und Auseinandersetzungen verbunden, überall trifft man auf alte Geschützstellungen aus den vergangenen Jahrhunderten.


Eine weitere Sehenswürdigkeit sind die „Great Siege Tunnels“, in den Fels getriebene Tunnel aus der Zeit um 1780, dem letzten vergeblichen Versuch den Briten Gibraltar gewaltsam zu entreißen. 


Die Tunnel mit Durchbrüchen in der Felswand dienten als Geschützstellungen um Gibraltar nach Norden hin zu verteidigen. Sie wurden auch im zweiten Weltkrieg noch genutzt und weiter vorangetrieben.


Auf dem Rückweg ging es dann am Moorish Castle vorbei, einer auf das Jahr 1160 zurückgehenden Festungsanlage, zurück in die Stadt.


Der englische Einfluß ist hier nicht zu verleugnen. 🙂


Gibraltar ist auf jeden Fall sehenswert, wir werden morgen dann weiter Richtung Malaga fahren.